Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde

Wie geht es aus Sicht der Bürgerinitiative weiter mit der Modernisierung des Hamannplatzes?

Die Bürgerinitiative ist weiter sehr motiviert und fühlt sich mitverantwortlich, sich für eine zukunftsfähige, soziale und humane Gestaltung des Hamannplatzes zu engagieren. Dabei soll die Vergrößerung der Einkaufsflächen des Supermarktes und weiterer Geschäfte (Drogerie u.a.) ebenso berücksichtigt werden wie eine ausreichende Zahl von Parkplätzen. Auch die weiteren Interessen der Miteigentümer sollen berücksichtigt werden, um einen rationalen Konsens zu erzielen.

Es sind bereits weitere Modelle und Varianten für eine zukunftsfähige Gestaltung des Hamannplatzes entwickelt worden, die auch den städtebaulichen und bedeutsamen architekturhistorischen Kriterien gerecht werden. Die Bürgerinitiative freut sich besonders über die Unterstützung, die sie von renommierten Architekten und dem Bund Deutscher Architekten (BDA) bekommen hat. Die Bürgerinitiative wird diese neuen Modelle öffentlich vorstellen und mit allen Beteiligten diskutieren. Sie hofft, dass dadurch eine ein fachlich fundierter Konsens zwischen allen Beteiligten hergestellt werden kann.

Hier finden Sie weitere acht Alternativen zu dem ursprünglichen Bürgerplan, die eine hervorragende architektonische Aufwertung des Hamannplatzes und von Münster-Coerde insgesamt bedeuten würden. Diese weiteren Alternativen werden im Herbst der Öffentlichkeit (Bürgerversammlung u.a.) vorgestellt und mit allen Beteiligten diskutiert werden – mit Beratung und Unterstützung renommierter Architekten. Dies fachliche Diskussion soll auch die soziale Funktion einschließen, die Begegnungs- und Aufenthaltsqualität auf dem Hamannplatz und dem Coerdemarkt zu erhalten und zu verbessern. Die Bürgerinitiative sieht in den Ratsanträgen der SPD-Fraktion (“Münster für alle – Städtebauförderung für Coerde beantragen”) und der Fraktion Bündnis 90 Die Grünen (“ Starke Quartiere – Starke Menschen – Potentielle  Fördergebiet Münster-Coerde”) sehr gute Initiativen für unseren Stadtteil, in die die Modernisierung des Hamannplatzes integriert werden muss!

Alternativplanung der Bürgerinitiative:

„Autofreier Hamannplatz - Umgestaltung des Coerdemarktes“.

- mit dem im Folgenden vorgelegten Konzept soll zusätzlich zu dem bestehenden Bürgerplan ein weiterer Entwurf zur Diskussion gestellt werden, wobei der Fokus noch deutlicher auch auf die  Bedeutsamkeit der städtebaulichen Anlage des Stadtteils Münster-Coerde in ihrer Gesamtheit gesetzt werden soll -

A.) Einführung

Ein zentrales Anliegen des Konzeptes ist es, das Ensemble Coerdemarkt/ Hamannplatz als bauhistorisch bedeutsame Einheit in seiner besonderen Charakteristik und Ästhetik in den Blick zu rücken.

Dabei ist festzustellen, dass der Hamannplatz als der Mittelpunkt der stadtplanerisch bedeutsamen Gesamtanlage des Stadtteils Münster-Coerde zu sehen ist, die in den 1960 er Jahren geplant und realisiert wurde und heute einen nicht zu unterschätzenden städtebaulichen Rang beanspruchen kann.

Die Siedlung Münster-Coerde ist einzigartig und von prominenter urbaner Bedeutung, insbesondere auch deshalb, weil sie in den Leitlinien dem Konzept der "gegliederten und aufgelockerten Stadt" folgt, einem bedeutsamen städtebaulichen Leitbild der 1950 er bis 1970 er Jahre.

Münster-Coerde kann als ein wichtiges Dokument dieses Architekturkonzeptes gesehen werden. Allein schon aus diesem Grund ist ein äußerst behutsamer Umgang mit den vorhandenen Baulichkeiten anzumahnen, um die gegebenen erhaltenswerten Strukturen intakt zu halten.

Die Grundgestalt des Coerdemarktes soll in dem vorgestellten Konzept daher so weit wie möglich beibehalten, dennoch aber auch auf die Wünsche des Investors nach einer Vergrößerung des Edekamarktes sowie einer ausreichenden Anzahl von Parkplätzen eingegangen werden.

Ein Rundgang über den Coerdemarkt offenbart dem aufmerksamer Beschauer die besondere Schönheit und Leichtigkeit der Gesamtanlage, die immer noch durch den langjährig vernachlässigten Zustand hindurch scheint. In Münster ist sie einzigartig. Im Herumgehen eröffnen sich dem Blick ständig neue Perspektiven; Einblicke in das Gefüge der Baulichkeiten und Plätze. Die Vielgestaltigkeit der Anschauung ist es, die hier zum Aufenthalt einlädt; man kommt gerne hier her. Auch das ungeschulte Auge spürt die Qualität des Ortes, weil ganz offensichtlich kluge Menschen damals die Planung in der Hand hatten, die eine hohe Kompetenz besaßen, was Proportion und Ästhetik von Baulichkeiten anbelangt.

Was derzeit stört, sind die riesigen Plakatflächen, die Edeka-Rotthowe am ehemaligen Schlecker-Markt angebracht hat und die den Besucher in ihrer grellen Buntheit und Überdimensionierung eher unangenehm berühren.

Der „Stillstand“, der nun beklagt wird, gibt Gelegenheit, den Bestand der Gesamtanlage Hamannplatz vertieft zu analysieren im Hinblick auf die in Coerde ohne jeden Zweifel gebotenen und gesicherten Erfordernisse der Bestandssicherung. Neben der als selbstverständlich anzusehenden Forderung, den Hamannplatz autofrei zu halten sollte eine Sanierung des Coerdemarktes  im erweiterten Rahmen der Erhaltung der hier gegebenen städtebaulich wertvollen Struktur gesehen werden.

Es kann festgehalten werden, dass die Gesamtanlage der Baulichkeiten auf dem Hamannplatz konzeptuell so gestaltet ist, dass die Gebäude rechtwinklig zueinander stehen und die einzelnen Baukörper durch vor- und zurückspringende Bauteile sowie Dachüberhänge differenziert gegliedert sind. Auch wird deutlich, dass die Proportionierung und Dimensionierung der Bauteile in ihrem Zusammenstehen in stimmiger Weise gleichgewichtig ausgelotet ist. In gleicher Weise stellen sich die Verhältnisse der unbebauten Flächen in ihrem Verhältnis zu den bebauten Flächen sowie zu den Bauhöhen der Anlage dar. Die Struktur der Gesamtanlage ist in der ursprünglichen Form bis heute glücklicherweise erhalten geblieben.

Zusammengenommen sind dies die wesentlichen Strukturelemente der ursprünglichen, prämierten Planung nach dem Entwurf der Architekten Baumeister, Baumewerd und Esser und es sind auch die Gründe, warum die gesamte Anlage in hohem Maße gegliedert und durchlässig wirkt und aus der Sicht der Bürgerinitiative sowie von ausgewiesenen Architekten heute als erhaltenswertes und bedeutsames Ensemble für den Stadtteil und für Münster angesehen wird. Dies gilt grundsätzlich auch für die Gesamtheit der ursprünglichen Anlage des Stadtteils Münster-Coerde.

Es ist daher geboten und konservatorisch erforderlich, das bestehende, von Anfang an sehr gelungene stadtplanerische Konzept zu bewahren.

Bei den bisher vorgelegten Plänen des Investors war dagegen aber zu erkennen, dass der gelungene, gegebene Zusammenhang der Baulichkeiten auf dem Coerdemarkt vollkommen beseitigt wird. Allein die Absicht, auf dem Hamannplatz Parkplätze anzulegen, belegte schon das Fehlen jedweder städtebaulichen Verantwortlichkeit.

Mit einer Ausführung der Planungen wäre ohne Zweifel ein Fremdkörper in Coerde implantiert worden. Die Pläne des Investors müssen daher im Hinblick auf die beschriebene Ausgangslage und vor dem Hintergrund der fachwissenschaftlichen, gesicherten Positionen heute als vollkommen ungeeignet angesehen werden. (s. Anhang).

Sollte es aber gelingen, die Verantwortlichen für eine stimmige alternative Planung vor dem Hintergrund moderner, fachwissenschaftlich abgesicherter Kriterien sowie der gegebenen und schützenswerten städtebaulichen Strukturen der Anlage des Hamannplatzes zu überzeugen, so könnte die Sanierung des Hamannplatzes zu einem Modell- und Vorzeigeprojekt für Münster und der Investor zu einer Leitfigur vorbildlichen Unternehmertums werden. ...

Weiter im Text Alternativplanung Coerdemarkt:Download

Hier eine der acht Modell-Varianten im Modellbau:

sowie zwei Fotos als Beispiele für die Fassadengestaltung am Obergeschoss – das wäre ein architektonisches Highlight! 

 

 

  


Stellungnahme der Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde

Zu der Berichterstattung und den kritischen Leserbriefen in der WN

und einem Drohbrief (nach § 241 Strafgesetzbuch) an Jochen Schweitzer

 

Zur Vorgeschichte der Auseinandersetzung um den Hamannplatz

Kurz vor der Beratung über einen mündlichen Bericht der Verwaltung zum „Bebauungsplan Hamannplatz“ in der Bezirksvertretung Nord am 01.03.2016  hat Investor Max Stroetmann dem Bezirksbürgermeister Igelbrink telefonisch mitgeteilt, dass er seinen Plan zum Bau eines neuen Edeka-Einkaufszentrum mit vorgelagertem großen Parkplatz auf dem Coerdemarkt zurückzieht. Über die Begründung dieses Vorgehens und die Dauer des Rückzugs wurden öffentlich keine Angaben gemacht. Die WN zitierte den Satz von M.Stroetmann: „Im Augenblick machen wir erst mal nichts.“ Es gäbe prinzipiell drei Möglichkeiten: Die Pläne „so zu lassen“, gar nichts“ zu machen oder „neues“ zu suchen. In der Bezirksvertretung MS-Nord am 1.3.2016 wurde von einem Telefonat berichtet, dass Max Stroetmann vier Jahre warten wolle, bis nach den nächsten Wahlen sich eine neue politische  Mehrheit ergeben würde.

Dieser Entscheidung des Rückzugs unmittelbar vorausgegangen war ein Spitzengespräch von M. Stroetmann mit der SPD-Fraktion, in dem erneut deutlich wurde, dass die SPD in allen Gremien den Plan von Stroetmann ablehnen würde. Die Begründungen sind hinlänglich bekannt.

Diese ablehnende Haltung der SPD geht zurück auf einstimmige Beschlüsse, die der OV Coerde der SPD bereits im Januar 2015 getroffen hatte. Die Grünen in der Stadtteilgruppe MS-Nord hatten die gleiche Position und haben von Anfang an die im Januar 2015 gegründete „Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde“  mit unterstützt. Auch die FDP- und Linken-Politiker in der Bezirksvertretung Nord haben sich der ablehnenden Haltung im Grundsatz von Anfang an angeschlossen. In der CDU gibt es bis heute keine einheitliche Position zum Bebauungsplan (so der Ortsunionsvorsitzende Heupel und der CDU-Fraktionsvorsitzende Bloch); es gäbe sowohl Befürworter wie auch Gegner des Stroetmann-Plans.

Schon auf die erste Bekanntmachung dieses Planes im Juni 2014 hin gab es heftige Kritik seitens der Coerder Bevölkerung; nichts hat sich jedoch seit dieser Zeit an den Plänen von Stroetmann verändert: es blieb immer bei dem großen Parkplatz in der Mitte des Hamannplatzes vor dem neuen Edeka-Markt.

Bereits im Februar 2016 hatte die Bürgerinitiative an Infoständen innerhalb weniger Stunden über 1200 Protest-Unterschriften gegen den Stroetmann-Plan und für einen alternativen „Bürgerplan“ (mit Parkplätzen hinter den Gebäuden, wie bisher) gesammelt. In einer von der Planungsabteilung der Verwaltung am 4.3.2015 veranstalteten „Zukunftswerkstatt“, die neutral und professionell moderiert wurde, sind alle vorliegenden Pläne vorgestellt und diskutiert worden. Anschließend haben etwa 200 Teilnehmer in Arbeitsgruppen ihre Ideen und Vorstellungen eingebracht: keine der sieben Arbeitsgruppen hat den Stroetmann-Plan unterstützt; in sechs von sieben AGs wurden auf der Grundlage des „Bürgerplans“ Varianten entwickelt und gezeichnet (siehe Homepage des Planungsamtes). Auch auf zwei weiteren Bürgerversammlungen in der Meerwiese im Juni und Oktober 2015 wurde der Bürgerplan (als Grundlage für den Bebauungsplan) eindeutig unterstützt.

Die Bürgerinitiative hatte zuvor bereits im Mai 2015 auf eigenen Wunsch ein Gespräch mit Max Stroetmann und F. Rotthowe geführt und dabei keinerlei Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft erkennen können; das Gleiche gilt für ein Gespräch mit der Eigentümerversammlung im Januar 2016, auf der der Bürgerplan strikt und kompromisslos abgelehnt wurde.

Auch auf zwei weiteren internen Sitzungen der Verwaltung im Juni und Dezember 2015 (eine davon unter Leitung von OB Lewe, der eigentlich vermitteln wollte) mit Beteiligten, u.a. mit Max Stroetmann und den Fraktionen im Bezirk und Rat, wurde von der großen Mehrheit eine klare ablehnende Haltung zum Ausdruck gebracht. In der Sitzung zeigte auch, dass sich intern die Verwaltung  (OB Lewe und Stadtdirektor Schultheiß) die Parkplatz-Planung von Stroetmann vor dem Coerdemarkt inzwischen offenbar zu eigen gemacht hatten. Entgegen den Ankündigungen wurde dieser Plan jedoch nie öffentlich bekannt gemacht.

Fazit der Bürgerinitiative:

Aus diesem Hergang wird klar: es hat seit mehr als einem Jahr keine Chance mehr bestanden, dass der Stroetmann-Plan politisch mehrheitlich unterstützt wurde; in all den Jahren seit 2014 hat es aber auch nie ein einziges Anzeichen gegeben, dass Max Stroetmann bereit gewesen wäre, auf die Positionen der Bürgerinitiative einzugehen. Die breite Ablehnung seines Plans hat ihn in keiner Weise zu einer Planungsänderung veranlasst. Nach wie vor beharren Investor und Eigentümer auf den großen Parkplatz in der Mitte vor dem Hamannplatzes/Coerdemarktes. Die Begründungen der Parteien und der Bürgerinitiative zur Ablehnung des Stroetmann-Plans sollen hier nicht wiederholt werden. Bisher sind auch die städtebaulichen und architekturhistorischen Argumente und Positionen für den Erhalt der im Grundsatz einzigartigen baulichen Struktur des Hamannplatzes als Mittelpunkt von Coerde noch viel zu wenig berücksichtigt worden (siehe den prämierten Entwurf des Architekten-Teams Professor Baumewerd, Baumeister und Esser – das äußerst bedeutsame Städtebau-Projekt wurde in das Demonstrativpro-gramm des Landes NRW aufgenommen); dies soll nachgeholt werden.

Aus dieser Vorgeschichte wird auch ganz deutlich, dass nicht etwa die Position und das Engagement der Bürgerinitiative (zumindest nicht maßgeblich) Grund und Anlass waren für den Rückzug von Max Stroetmann. Es war in erster Linie die Aussichtslosigkeit, dass sein Plan in den politischen Gremien - von der Bezirksvertretung über den Planungsausschuss bis zum Rat - auch nur annähernd eine Chance gehabt hätte, beschlossen zu werden.

Ein Vergleich mit dem Konflikt um das Stroetmann-Projekt im Hafen-Center macht deutlich, dass Stroetmann auch hier in keiner Weise auf die Argumente der Bürgerinitiative Hafencenter Rücksicht genommen hat. Bei dem Neubau des Edeka-Aaseemarktes gab es offenbar keinerlei Bedenken seitens der Fa. Edeka-Wiewel und der weiteren Beteiligten sowie der Bewohner, den bisherigen Edeka-Supermarkt für mindestens 1 Jahr ganz zu schließen, was die Fa. Edeka-Rotthowe am Coerdemarkt strikt ablehnt.

Angesichts dieser Vorgeschichte muss es schon sehr verwundern, dass von einigen Politikern (vor allem in der CDU) und in einzelnen Leserbriefen einzig die „starre Haltung“ der Bürgerinitiative bzw. die „Verweigerungshaltung der Initiative“ verantwortlich gemacht werden für den Rückzug des Investors. An Stroetmann wird jedoch keinerlei Kritik geübt. Vielmehr wird dessen Verhalten („endlich war ein Investor bereit“) gelobt. Sein Rückzug soll offenbar wie eine „Bestrafung“ für den Widerstand und das Engagement der Bürgerinitiative erscheinen bzw. interpretiert werden. Dazu trägt nicht zuletzt eine einseitige Personalisierung und Schuldzuschreibung des Konflikts bei. Mit der Realität hat diese Interpretation nichts  gemein. Die Fakten des Konflikts werden damit auf den Kopf gestellt.

Der Drohbrief nach § 214 StGB von „Die Alt-Coerder“

Inwieweit dadurch die Verfasser eines kriminellen Drohbriefes an den Sprecher der Bürgerinitiative motiviert wurden, kann nicht beantwortet werden. Mit Poststempel vom 14.03. wurde ein anonymer Drohbrief an Jochen Schweitzer geschickt, der die Voraussetzungen des Strafrechtsparagrafen 214 (Bedrohung) erfüllt. Anzeige wurde erstattet. In dem Drohbrief folgt nach der Anrede „Hallo Schweitzer!“ die Aufforderung „Gib endlich auf!“ Danach wird mit der „Steinigung auf dem Hamannplatz“ gedroht und der Rückführung „auf der Balkanroute“  und den Worten „laß Dich nie wieder in Coerde sehen!“ Unterschrieben wurde dieser Drohbrief mit „Die Alt-Coerder“. Dem Brief (offenbar von mehreren Verfassern) hinzugefügt wurden Original-Zeitungsaus-schnitte aus der WN, nämlich der Artikel vom 08.03.: „Zukunftsfähige Umgestaltung“ - Coerdemarkt: CDU fordert Konsens‘; außerdem zwei Leserbriefe vom 05.03. von H. Gabrielski und B. Abbing. Im letzteren wird fälschlich ein Zitat wiedergegeben (‚Die Bürgerinitiative ließ durch ihren Sprecher mitteilen, die Initiative habe einen „Erfolg zu verzeichnen“!). Diese Aussage wurde so niemals und auch nie sinngemäß so geäußert. Diese und andere Textstellen der Leserbriefe bzw. des Artikels zur CDU-Position wurden mit einem roten Textmarker durch die „Alt-Coerder“ besonders hervorgehoben und dem Drohbrief beigefügt.

Damit soll in keiner Weise den Autoren der Leserbriefe (Gabrielski und Abbing) sowie den zitierten CDU-Politikern in dem WN-Artikel eine Verantwortung für den Drohbrief zugeschrieben werden. Im Gegenteil haben sich führende CDU-Politiker der Ortsunion Coerde von dem Drohbrief sehr eindeutig distanziert. Der Zusammenhang wirft jedoch Fragen auf, ebenso wie die völlig einseitige Personalisierung und Zuschreibung der Verantwortung für den Stroetmann-Rückzug auf den Sprecher der Bürgerinitiative. 

Wie geht es aus Sicht der Bürgerinitiative weiter?

Die Bürgerinitiative ist weiter sehr motiviert und fühlt sich mitverantwortlich, sich für eine zukunftsfähige, soziale und humane Gestaltung des Hamannplatzes zu engagieren. Dabei soll die Vergrößerung der Einkaufsflächen des Supermarktes und weiterer Geschäfte (Drogerie u.a.) ebenso berücksichtigt werden wie eine ausreichende Zahl von Parkplätzen. Auch die weiteren Interessen der Miteigentümer sollen berücksichtigt werden, um einen rationalen Konsens zu erzielen.

In den nächsten Wochen sollen weitere Modelle und Varianten für eine zukunftsfähige Gestaltung des Hamannplatzes, die auch den städtebaulichen und bedeutsamen architekturhistorischen Kriterien gerecht werden, entwickelt werden. Die Bürgerinitiative freut sich besonders über die Unterstützung, die sie von renommierten Architekten und dem Bund Deutscher Architekten (BDA) bekommen hat. Die Bürgerinitiative wird diese neuen Modelle öffentlich vorstellen und mit allen Beteiligten diskutieren. Sie hofft, dass dadurch eine ein fachlich fundierter Konsens zwischen allen Beteiligten hergestellt werden kann. Sie bedauert sehr, dass OB Lewe sein Versprechen nicht gehalten hat, einen Konsens oder zumindest einen für alle tragbaren Kompromiss zu entwickeln. Vielleicht wäre dann der Rückzug des Investors vermeidbar gewesen.


 

An Alle!

 
Soeben erfahren wir offiziell vom Bezirksbürgermeister, Herrn Manfred Igelbrink,
dass Max Stroetmann ihn angerufen und informiert habe, dass er seinen Plan für ein neues Einkaufszentrum mit einem großen Parkplatz in der Mitte davor zurückgezogen hat.
Begründung: dieser Plan ist offenbar politisch und gegen die Bürgerinnen und Bürger von Coerde nicht durchsetzbar. Ob und wann er einen neuen Plan vorlegt und ob er diesen zusammen mit den Menschen in Coerde entwickelt, ist noch nicht entschieden.
 
Die Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde nimmt diese Information weder mit Jubel zur Kenntnis, noch betrachtet sie diesen Rückzug von Max Stroetmann als einen Sieg. Sie sieht sich allerdings in ihrem Engagement voll bestätigt, dass es sich lohnt konstruktiven Widerstand gegen einen Plan zu leisten, der die soziale Mitte von Coerde und damit den Charakter dieses besonderen Stadtteil zerstört hätte. Die Bürgerinitiative wird sich weiterhin zusammen im Aktionsbündnis “Rettet den AUTO-freien Hamannplatz!” stark dafür einsetzen, dass der Coerdemarkt im Interesse aller Beteiligten und im Konsens mit den Menschen erneuert und verschönert wird. Dazu gehört auch ein neues Einkaufszentrum mit Parkplätzen hinter den Gebäuden wie bisher auch. Es hat sich gezeigt, dass es nicht sinnlos war, sich konstruktiv (!!!) für diese bessere Lösung einzusetzen. Die Coerderinnen und Coerder haben –entgegen vieler resignativer Stimmen – doch eine Macht und sie stellen die Kaufkraft dar, von der der Investor, der EDEKA-Markt und die Geschäfte, Apotheken, Zahnarztpraxen, Arztpraxen, Friseure, Cafés, Bäckereien und die gesamte Gastronomie ihre Einkünfte beziehen. Die Menschen in Coerde haben damit gemeinsam eine mächtige Stimme, wenn sie sich einig und solidarisch sind. Das sollte so bleiben und weiter entwickelt und verstärkt werden. Wir haben anlässlich der Demonstration am 19.02. für einen “AUTO-freien Hamannplatz” sehr viel politische Unterstützung bekommen von der lokalen Ebene bis zur Bundestagsebene und von fast allen Parteien. Sehr wichtig ist aber auch, dass uns inzwischen Fachleute, namhafte Architekten aus Münster, unterstützen und damit bestätigen, dass unser Bürgerplan für eine soziale und kulturelle (und AUTO-freie) Mitte technisch und architektonisch ohne Weiteres machbar ist. Dazu gehört ein kluges Bau-Projektmanagement, dass auch die Umzugspläne realisierbar macht. Wir wollen es gemeinsam voran bringen. Erst wenn wir den neuen AUTO-freien Hamannplatz einweihen, können wir von einem Sieg der Menschen von und für Coerde sprechen. Das werden wir wieder mit einem großen Bürger-Kulturfest auf dem Hamannplatz feiern! Bis dahin ist noch sehr viel zu tun!!! Und wir brauchen einen langen Atem!!! Und wir werden immer mehr und stärker!!!
 
Der TOP “Hamannplatz” wurde von der Tagesordnung der nächsten Bezirksvertretungs-Sitzung am 01.03. in der Meerwiese gestrichen!
 
In diesem Sinne wünsche ich allen ein entspanntes und schönes Wochenende
 
Mit besten Grüßen
 

Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde                                

Jochen Schweitzer, Sprecher

 


19.02.2016

Interview von Klaus Blödow (Antenne Münster, 95.4 MHz) mit Jochen Schweitzer zur Aktion "Rettet den AUTO-FREIEN Hamannplatz" als mp3: Download


 

 

 


Aktionsbündnis Flugblatt zur Demo als pdf
Download


 

Aktionsbündnis „Rettet den autofreien Hamannplatz !“

In den nächsten Wochen soll der Bebauungsplan für den Coerdemarkt entschieden werden. Nach wie vor beharren der Groß-Investor Stroetmann und die Eigentümer darauf, dass vor das geplanten neue Einkaufszentrum ein großer Parkplatz gebaut werden soll, so wie es in Gewerbegebieten vorkommt.Das müssen wir unbedingt verhindern, weil damit die soziale und kulturelle Mitte von Coerde, der einzige zentrale Begegnungsplatz für die Menschen in diesem Stadtteil, zerstört wird. Der Mittelpunkt von Coerde darf nicht wie ein Gewerbegebiet misshandelt und verschandelt werden – und das würde sonst für die nächsten 50 Jahre betoniert sein!

Daher hat sich ein Aktionsbündnis gegründet:

„Rettet den autofreien Hamannplatz!“

Ziele sind gemeinsame Aktionen für einen autofreien Hamannplatz/ Coerdemarkt und für einen Bebauungsplan auf der Grundlage des Bürgerplans: alle Parkplätze sollen –wie bisher- hinter den Gebäuden gebaut werden, um die Menschen nicht durch Autos zu belästigen und durch deren Abgase, Lärm und Verkehr zu gefährden. Eine autofreie Gestaltung des Hamannplatzes ist möglich, wenn ein politischer Wille in den Entscheidungsgremien besteht.

Mitglieder des „Aktionsbündnis: Rettet den autofreien Hamannplatz!“ sind:

Bürgerinitiative Hamannplatz-Coerde, Die Grünen–Stadtteilgruppe Coerde,

SPD–Ortsverein Coerde; weitere Gruppen und Personen können sich anschließen und das Bündnis und die Ziele unterstützen.

Sprecher*in des Aktionsbündnisses sind: Dirk Guddorf, Marianne Hopmann, Udo Schonhoff und Jochen Schweitzer (v.i.S.d.P.).

Aktionen: das Bündnis plant und organisiert zunächst eine große

Demo am Freitag, 19.02., um 17.00 Uhr auf dem Hamannplatz.

Dort wollen wir u.a. mit Autos auf den noch unbebauten Flächen (Wochenmarkt u.a.) demonstrieren, welche schlimmen Auswirkungen ein mit Autos vollgestellter Hamannplatz bedeuten würde.

Kommt alle mit Autos oder auch zu Fuß!  Mit viel Solidarität und Unterstützung haben wir die Chance, den großen Parkplatz vor dem Einkaufszentrum und damit eine Degradierung von Coerdes Mitte zum Gewerbegebiet zu verhindern!

Wir wollen einen schönen, grünen Bürgerplatz in der Mitte von Coerde!